| Das Improvisationstheater findet derzeit besonders im kulturellen Bereich weltweit zunehmend Beachtung. Auch in der Psychotherapie gewann die Methode in den letzten Jahren verstärkt an Bekanntheit. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: Für soziale Phobien, depressive Erkrankungen, aber auch in der Traumatherapie oder der Arbeit mit Essstörungen bieten Elemente aus dem Improvisationstheater großes Potenzial. Nutzbar sind diese im Einzel-, Gruppen- und Familiensetting. Das Improvisationstheater bietet die Möglichkeit der ganzheitlichen, dabei insbesondere emotionsaktivierenden Behandlung. Es handelt sich nicht um vorgefertigte Rollenspiele, sondern um die Entwicklung von Szenen „aus dem Moment“ heraus, die Entwicklung von Spontaneität sowie die bewusste Abkehr vom kognitiven Fokus. Weitere Grundprinzipien bestehen in einer zugewandten, kontaktoffenen, akzeptierenden Haltung („Yes, and…“) sowie einer dezidiert positiven Fehlerkultur („Scheiter heiter!“). Zudem werden achtsamkeits- und konzentrationsfokussierte Methoden vermittelt. Auch in der Körperbildarbeit kann die Methode wirkungsvoll eingesetzt werden. In dieseem Einführungsworkshop stelle ich die Methode des Improvisationstheaters sowie bewährte Übungen vor, die sich sowohl in der Einzeltherapie als auch in der Arbeit mit Familien und Gruppen nutzen lassen. Dargestellt werden die Möglichkeiten des Improvisationstheaters auf allgemeiner Ebene sowie exemplarisch der Ablauf einzelner Therapieeinheiten. Diese werden sowohl theoretisch vermittelt als auch praktisch erlebt. Erfahrung im Theaterspiel ist nicht notwendig, Voraussetzung ist lediglich die Bereitschaft, sich auszuprobieren.
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