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Angewandtes Improvisationstheater als therapeutisches Werkzeug in der ambulanten und stationären Kinder- und Jugend psychiatrie und -psychotherapie
11.05. | 9:00 - 15.05. | 10:30
Das Improvisationstheater (nach Keith Johnstone, 1933-2023) findet derzeit beson ders im kulturellen Bereich weltweit zunehmend Beachtung. Auch in der Psychothera pie gewann die Methode in den letzten Jahren verstärkt an Bekanntheit, allerdings bislang überwiegend im Erwachsenenbereich, wo bereits erste Fortbildungen angebo ten werden. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: Für soziale Phobien, depressive Erkrankungen, aber auch in der Traumatherapie oder der Arbeit mit Essstörungen bie ten Elemente aus dem Improvisationstheater großes Potenzial. Auch für den kinder- und jugendpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Bereich beinhaltet der Ansatz vom Kindergartenalter bis in die Adoleszenz zahlreiche Möglichkeiten, allerdings im mer unter Berücksichtigung altersspezifischer Besonderheiten. Das Improvisationstheater bietet die Möglichkeit der ganzheitlichen, dabei insbeson dere emotionsaktivierenden Behandlung. Die TeilnehmerInnen erleben diesen Ansatz nach eigenen Aussagen als besonders wirkungsvoll. Es handelt sich nicht um vorge fertigte Rollenspiele, sondern die Entwicklung von Szenen „aus dem Moment“ heraus, die Entwicklung von Spontaneität sowie die bewusste Abkehr vom kognitiven Fokus. Weitere Grundprinzipien bestehen in einer zugewandten, kontaktoffenen, akzeptieren den Haltung („Yes, and…“) sowie einer dezidiert positiven Fehlerkultur („Scheiter hei ter!“). Zudem werden achtsamkeits- und konzentrationsfokussierte Methoden vermit telt. Auch in der Körperbildarbeit kann die Methode wirkungsvoll eingesetzt werden. In unserem Einführungsworkshop stellen wir die Methode des Improvisationstheaters sowie bewährte Übungen vor, die sich sowohl in der Einzeltherapie als auch in der Arbeit mit Familien und Gruppen nutzen lassen. Die Fortbildung eignet sich für ange hende und ausgebildete TherapeutInnen, die sich für die Methodik des angewandten Improvisationstheaters in der Psychotherapie interessieren, sowie für im pädagogisch therapeutischen Kontext tätige Klinik- oder PraxismitarbeiterInnen. Dargestellt werden die Möglichkeiten des Improvisationstheaters auf allgemeiner Ebene sowie exempla risch der Ablauf einzelner Therapieeinheiten. Diese werden sowohl theoretisch vermit telt als auch praktisch erlebt. Damit eignet sich der Workshop sowohl für AnfängerIn nen als auch für Fortgeschrittene. Neben sehr viel Spaß und praktischen Übungen wird auch die Vermittlung entspre chender „Bausteine“ zur Erstellung eines eigenen „Impro-Konzeptes“ nicht zu kurz kommen. Erfahrung im Theaterspiel ist nicht notwendig, Voraussetzung ist lediglich die Bereitschaft, sich auszuprobieren und mit Freude zu Scheitern. (Keith Johnstone: „Enjoy things even when you are screwing up.“)
| Dr. Cornelia Vitt-Beiler und Steffi Wenderlich |
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